Dok. 14-331
Sechs jüdische Flüchtlinge aus Sarajevo bitten am 24. März 1943 um eine Einreiseerlaubnis nach Albanien

Aufgrund der Verfolgung in unserer Heimatstadt Sarajevo sahen wir uns gezwungen

  • Orte
  • Personen
  • Skript
  • Grenze Staatsgrenzen von 1937
  • Grenze Staatsgrenzen und Grenzen der Unionsrepubliken der UdSSR 1938–1941
  • Grenze Deutsch-sowjetische Demarkationslinie im besetzten Polen vom 28. Sept.1939
  • Grenze Grenze zwischen den eingegliederten Gebieten und dem Generalgouvernement

Salamon Sadikaria (*1896), seine Frau Rika (*1904); Avram Avramović (*1892), seine Frau Stella (*1902), ihre Tochter Silva (*1928) sowie Jakov Arnesti. Avram Avramović kam in Bergen-Belsen ums Leben; das Schicksal der anderen ist unbekannt.

Die Unterzeichneten Salamon Sadikaria, Rika Sadikaria, Stella Avramović, Avram Avramović, Silvia Avramović und Jakov Arnesti erlauben sich im Namen aller Juden aus den Gebieten des ehemaligen Jugoslawien, folgende Bitte vorzubringen:

Aufgrund der Verfolgung in unserer Heimatstadt Sarajevo sahen wir uns gezwungen, nach Albanien zu fliehen, um uns zu retten. Wir sind vor einigen Tagen hier angekommen, halten uns derzeit in Prespa e Madhe auf und stehen dem Wachposten der Carabinieri von Zarow-Dwor zur Verfügung.

Angesichts unserer Lage – auf der Flucht, ohne Unterkunft und auf uns allein gestellt –, bitten wir Sie, die Güte zu haben und uns zu erlauben, dass wir uns in Albanien aufhalten dürfen, entweder indem wir uns an irgendeinem Ort frei niederlassen oder, falls dies nicht möglich ist, in den Internierungsorten Kavaja oder Berat, wo sich noch andere Glaubensbrüder befinden. In der Überzeugung, dass dieser menschliche Appell Widerhall bei Ihnen finden wird, nehmen Sie bitte unsere größte Hochachtung entgegen. […]