Dok. 13-176
Der wegen einer Protestaktion zum Tod verurteilte jüdische Jugendliche Adolf Dan Mihailovici aus Bukarest verfasst im März 1942 einen Abschiedsbrief an Freunde und Verwandte

Ich verbringe die letzten Augenblicke meines Lebens

  • Orte
  • Personen
  • Skript
  • Grenze Staatsgrenzen von 1937
  • Grenze Staatsgrenzen und Grenzen der Unionsrepubliken der UdSSR 1938–1941
  • Grenze Deutsch-sowjetische Demarkationslinie im besetzten Polen vom 28. Sept.1939
  • Grenze Grenze zwischen den eingegliederten Gebieten und dem Generalgouvernement

Adolf Dan Mihailovici (1921–1942), Schüler am Jüdischen Gymnasium in Bukarest; Mihailovici hatte zusammen mit 16 anderen Jugendlichen Ende 1941 Geldscheine mit dem Aufdruck „Nieder mit dem Krieg!“ versehen. Alle Beteiligten wurden verhaftet und die Ältesten zum Tod verurteilt; im Gefängnis Jilava erschossen.

Handschriftl. Brief aus dem Militargefängnis Jilava

 

An die Lieben,

ich verbringe die letzten Augenblicke meines Lebens, das zwar kurz, aber recht aufregend war. Ihr habt alles für mich getan, während ich Euch nur Ärger bereitet habe, und am Ende gipfelt es in einer Tragödie für Euch. Ich sterbe allein mit dem Bedauern, dass es mir nicht gelungen ist, den Tag zu erleben, an dem ich auch Euch eine Hilfe hätte sein können, und ich bleibe bei meiner Überzeugung, dass man den Freund nur in der Not erkennt.

Falls irgendjemand meinen Tod als Heroismus auslegen wollte, dann sollt Ihr von mir erfahren: Wir brauchen keine Helden, sondern nur Gedenken, umso mehr […]

Es ist merkwürdig, dass ich derjenige bin, der Euch ermutigt, ich tue es dennoch, weil ich Euch gut genug kenne. Es tröstet mich, dass ihr Euch gut um die Eltern kümmern werdet. Steht ihnen bei! Das ist meine letzte Bitte. Hört auf sie! Es ist das letzte Wort eines Menschen, der bald stirbt! Als schwacher Trost soll von nun an wenigstens die Not für sie aufhören. Verkauft alles, was mir gehört hat, und schickt es nach Hause, und wenn das nicht möglich ist, behaltet es bei Euch. Ich habe Vertrauen zu Euch, und ich bitte Euch, enttäuscht mich nicht. Nennt Euren Erstgeborenen Dan, wenn es ein Junge sein sollte, und im Falle eines Mädchens Francisca.

Vervielfaltigt diesen Text hier und schickt ihn nach Buzău usw. Er ist für alle Cousinen, Cousins, Grosseltern usw.