Dok. 13-101
Der slowakische Rabbiner Michael Dov Weissmandl fordert am 23. Juni 1944 die Alliierten und den Papst auf, die in die Vernichtungslager führenden Bahngleise zu bombardieren

Könige und Staatsoberhäupter, erhören Sie uns!

  • Orte
  • Personen
  • Skript
  • Grenze Staatsgrenzen von 1937
  • Grenze Staatsgrenzen und Grenzen der Unionsrepubliken der UdSSR 1938–1941
  • Grenze Deutsch-sowjetische Demarkationslinie im besetzten Polen vom 28. Sept.1939
  • Grenze Grenze zwischen den eingegliederten Gebieten und dem Generalgouvernement

Michael (Ber) Dov Weissmandl (1903–1957), orthodoxer Rabbiner; von 1931 an in der Jeshiva von Rabbiner Shmuel Dovid Ungar in Nitra, Rabbiner in Nitra, Funktionär von Agudath Israel; 1942–1944 aktiv in der Widerstandsgruppe Arbeitsgruppe; 1944 flüchtete er aus dem Zug nach Auschwitz und lebte versteckt in Bratislava; mit Hilfe Rudolf Kasztners an Pessach 1945 Flucht in die Schweiz; 1946 in die USA, Neugründung der Jeshiva von Nitra.

Bitte um Übermittlung dieses Briefs an die Herrscher der drei großen Königreiche und an den Papst

Könige und Staatsoberhäupter, erhören Sie uns!

Der Feind der Welt begann mit der Zerstörung der Erde durch seinen gegen uns gerichteten Krieg. An uns lehrte er sein Volk Mord und Grausamkeit. Und mit Grausamkeit verübten sie Untaten an Euch und an allen Bewohnern der Erde. Aus dem Volk Israel tötete er durch Gas und andere Grausamkeiten bislang circa sechs Millionen Seelen in den Vernichtungsstätten von Belzec, Sobibor, Treblinka und Birkenau (Auschwitz).

Es steht in Ihrer Macht und Sie verfügen über die Fähigkeit, ihn durch die Bombardierung der Gleise, die zu den Todesstätten führen, aufzuhalten. Es wurde das Blut von Millionen vergossen. Das Blut der Millionen, das noch vergossen werden könnte, fleht Sie von dieser verfluchten Erde an: Ist nicht schon genug Blut vergossen worden? Verschwenden Sie keine Zeit mit Überlegungen oder mit Zögern. Tun Sie, was in Ihrer Macht steht, und der Herr der Welt wird es unseren Feinden vergelten und diejenigen, die uns lieben, belohnen.

 

Einer aus dem Volk, der das Leid seiner Landsleute wahrnimmt.