Dok. 06-166
Der Justizinspektor Friedrich Kellner empört sich in seinem Tagebuch am 16. September 1942 über die Deportation jüdischer Nachbarn

In den letzten Tagen sind die Juden unseres Bezirkes abtransportiert worden

  • Orte
  • Personen
  • Skript
  • Grenze Staatsgrenzen von 1937
  • Grenze Staatsgrenzen und Grenzen der Unionsrepubliken der UdSSR 1938–1941
  • Grenze Deutsch-sowjetische Demarkationslinie im besetzten Polen vom 28. Sept.1939
  • Grenze Grenze zwischen den eingegliederten Gebieten und dem Generalgouvernement

Friedrich Kellner (1885-1970), Justizinspektor; seit den 1920er-Jahren SPD-Mitglied; 1933-1948 geschäftsleitender Justizinspektor am Amtsgericht Laubach; nach 1945 zeitweise SPD-Vorsitzender in Laubach, 1945/46 Beigeordneter der Stadt Laubach; 1948-1950 am Bezirksgericht Gießen; 1956-1960 stellv. Bürgermeister in Laubach.

 

Handschriftliches Tagebuch

 

In den letzten Tagen sind die Juden unseres Bezirkes abtransportiert worden. Von hier

waren es die Familien Strauß und Heinemann. Von gut unterrichteter Seite hörte ich,

daß sämtliche Juden nach Polen gebracht und dort von SS-Formationen ermordet würden.

Diese Grausamkeit ist furchtbar. Solche Schandtaten werden nie aus dem Buche der

Menschheit getilgt werden können. Unsere Mörderregierung hat den Namen „Deutschland“

für alle Zeiten besudelt. Für einen anständigen Deutschen ist es unfaßbar, daß

niemand dem Treiben der Hitler-Banditen Einhalt gebietet.