Dok. 06-126
Der 17jährige Hans-Klaus Schunka-Horn tritt am 12. Juni 1942 zum Judentum über, um seine Mutter bei der Deportation in den Osten begleiten zu dürfen

Mir wurde eröffnet, dass ich für den am 15.6.42 von Düsseldorf abgehenden Judentransport nach dem

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  • Grenze Staatsgrenzen von 1937
  • Grenze Staatsgrenzen und Grenzen der Unionsrepubliken der UdSSR 1938–1941
  • Grenze Deutsch-sowjetische Demarkationslinie im besetzten Polen vom 28. Sept.1939
  • Grenze Grenze zwischen den eingegliederten Gebieten und dem Generalgouvernement

Helene Horn (1892–1942), Stenotypistin, und ihr Sohn Hans-Klaus Schunka-Horn (1925–1942) wurden am 15.6.1942 über Izbica nach Sobibor deportiert und dort ermordet.

Protokoll des Übertrittgesuchs, Bezirksstelle Rheinland der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland, Düsseldorf.

 

Es erscheint die Jüdin Helene Sara Horn, geboren am 14.12.1892 in Köln, wohnhaft Düsseldorf, Beethovenstraße, und erklärt folgendes:

Mir wurde eröffnet, dass ich für den am 15.6.42 von Düsseldorf abgehenden Judentransport nach dem Osten vorgesehen und bestimmt bin. Hierzu möchte ich folgende Erklärung abgeben:

Ich habe einen Sohn, Hans-Klaus Schunka-Horn, geboren am 3.1.1925 in Düsseldorf, der als Mischling 1. Grades nicht dem Judentum zugerechnet wird, weil er nie der jüdischen Religionsgemeinschaft angehört hat. Trotzdem stellte ich den Antrag, dass mein Junge auch mit dem Transport nach dem Osten mitgehen kann. Ich bin darauf hingewiesen worden, dass es zu diesem Zweck erforderlich ist, dass mein Sohn sich vorher noch zum Judentum bekennt und aus der evangelischen Kirche austritt. Mit dieser Auflage erkläre ich mich freiwillig und ohne jeden Zwang einverstanden. Auch mein Sohn Hans-Klaus, mit dem ich hierüber schon gesprochen habe, ist hiermit einverstanden. Wir wollen, solange es eben geht, zusammenbleiben, aus diesem Grunde nehmen wir gemeinsam an dem Juden-Transport teil.

 

Ich, Hans-Klaus Schunka-Horn, geboren 13.1.1925 in Düsseldorf, stelle hiermit die Bitte, mit meiner Mutter, Frl. Helene Sara Horn, an dem am 15.6.42 von Düsseldorf abgehenden Judentransport teilnehmen zu dürfen. Auch mir wurde eröffnet, daß das nur möglich ist, wenn ich meinerseits aus der evangelischen Kirche austrete und andererseits mich zum Judentum bekenne. Im Einvernehmen mit meiner Mutter, mit der ich über die ganze Sache eingehend gesprochen habe, erkläre ich mich hiermit freiwillig einverstanden.

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