Dok. 14-295
Der Kommandant von Korfu Emil Jäger warnt im Mai 1944 vor einer Deportation der Juden von der Insel

Da diese Maßregel an die Aufbringung des Schiffsraumes gebunden ist

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  • Grenze Staatsgrenzen von 1937
  • Grenze Staatsgrenzen und Grenzen der Unionsrepubliken der UdSSR 1938–1941
  • Grenze Deutsch-sowjetische Demarkationslinie im besetzten Polen vom 28. Sept.1939
  • Grenze Grenze zwischen den eingegliederten Gebieten und dem Generalgouvernement

Emil Jäger (1892–1947), Berufssoldat; seit April 1933  NSDAP-Mitglied in Österreich; im April 1944 zum Inselkommandanten von Korfu ernannt; nach Abzug der Wehrmacht von Korfu kommandierte er das Festungs-Bataillon 1017 auf dem Balkan; in Albanien 1946 zum Tode verurteilt und 1947 hingerichtet.

 

 

Am 13.5.44 meldete sich beim Inselkommandanten SS-Obersturmführer v. Manowsky mit einem Auftrag des Reichsführers SS, die Juden aus Korfu abzuschicken.
Da diese Maßregel an die Aufbringung des Schiffsraumes gebunden ist – es handelt sich um etwa 1.800–2.000 Juden –, wurde dieser beim Admiral Ägäis angefordert. Eine erschöpfende Antwort ist bis zur Stunde nicht erfolgt. Der SS-Obersturmführer ist inzwischen abgereist.
Zu dieser Frage: Der gegenwärtig zur Verfügung stehende taktische Schiffsraum ist für vorstehende Aufgabe in keiner Weise ausreichend. Selbst der Abtransport von 10 Engländern dauerte vier Tage; überdies waren in Igumenica die für den Weitertransport nötigen Fahrzeuge nicht vorhanden.

Eine Festnahme von 2000 Juden in Korfu würde auf große Schwierigkeiten stoßen und könnte die Verteidigung der Insel erheblich benachteiligen.
[…]
Vorschlag: Die Aktion wäre auf unbestimmte Zeit zu verschieben.