Dok. 13-168
Der rumänische Geheimdienstchef verlangt am 9. Oktober 1941 die Beschlagnahme von Fotos der jüdischen Massengräber in Jassy

Ich erlaube mir, Ihnen zur Kenntnis zu bringen, dass es

  • Orte
  • Personen
  • Skript
  • Grenze Staatsgrenzen von 1937
  • Grenze Staatsgrenzen und Grenzen der Unionsrepubliken der UdSSR 1938–1941
  • Grenze Deutsch-sowjetische Demarkationslinie im besetzten Polen vom 28. Sept.1939
  • Grenze Grenze zwischen den eingegliederten Gebieten und dem Generalgouvernement

Dr. Eugen Cristescu (1895–1950), Jurist; seit 1923 in der Generaldirektion des Innenministeriums, 1938–1940 stellv. Chef der Sicherheitspolizei Siguranţa, seit Nov. 1940 Chef des Sonderdienstes für Informationen beim Präsidium des Ministerrats, von Juni 1941 an organisierte er die Sondertruppe des SSI zur Spionagebekämpfung; im Sept. 1944 verhaftet, im Mai 1946 zum Tode verurteilt, zu lebenslanger Haft begnadigt, starb im Gefängnis.

 

Emanoil Leoveanu (1887–1959), Berufsoffizier; April 1937 Brigadegeneral, Juni 1940 Divisionsgeneral, 1941–1942 Direktor der Generaldirektion der Polizei, danach bis Okt. 1944 Kommandant verschiedener Armee-Einheiten; 1947 angeklagt wegen des Massakers in Jassy, 1956 erneute Anklage und Verurteilung zu zehn Jahren Haft, starb im Gefängnis.

Schreiben des Chefs des Sonderdienstes für Informationen an die Generaldirektion der Polizei

 

Herr General Leoveanu,

 

Ich erlaube mir, Ihnen zur Kenntnis zu bringen, dass es aufgrund der unzulänglichen Sicherheitsmaßnahmen anlässlich der Exekution der an der Rebellion vom 29.–30. Juni 1941 beteiligten Juden auf dem jüdischen Friedhof, wo die Erschossenen beerdigt wurden, möglich gewesen ist zu fotografieren.

Die Fotografien – von denen wir Ihnen fünf Abzuge beilegen – kursieren gegenwärtig unter der jüdischen Bevölkerung. Sie wurden bei einem Chauffeur der Buslinie Bălţi-Floreşti aufgefunden.

Da die Fotografien als dokumentarisches Material von der ausländischen Propaganda gegen uns verwendet werden könnten, bitten wir Sie freundlichst, nach deren Herkunft zu fahnden und gleichzeitig Maßnahmen zu ihrer Konfiszierung und zur Unterbindung ihrer Verbreitung zu ergreifen.

Die Fotografien bitten wir in Ihrem Stahlschrank aufzubewahren.