Dok. 13-050
Der Apostolische Nuntius Guiseppe Burzio unterrichtet am 9. März 1942 Kardinal Luigi Maglione, dass 80 000 Juden aus der Slowakei deportiert werden sollen

Es ist durchgesickert, dass eine Massendeportation aller slowakischen Juden

  • Orte
  • Personen
  • Skript
  • Grenze Staatsgrenzen von 1937
  • Grenze Staatsgrenzen und Grenzen der Unionsrepubliken der UdSSR 1938–1941
  • Grenze Deutsch-sowjetische Demarkationslinie im besetzten Polen vom 28. Sept.1939
  • Grenze Grenze zwischen den eingegliederten Gebieten und dem Generalgouvernement

Guiseppe Burzio (1901–1966), Erzbischof, vatikanischer Diplomat; 1935–1938 Apostolischer Nuntius in der ČSR, danach bis Mitte 1940 Chargé d’affaires in Litauen, Juni 1940 bis 1945 Apostolischer Nuntius in der Slowakei; 1946 Bischofsweihe, 1946–1950 Apostolischer Nuntius in Bolivien, 1950–1955 in Kuba.

 

Es ist durchgesickert, dass eine Massendeportation aller slowakischen Juden nach Galizien und den Distrikt Lublin stattfinden soll, ungeachtet ihres Alters, Geschlechts und ihrer Konfession. Die Aktion soll nach Männern, Frauen, Kindern getrennt erfolgen.
Das erste Kontingent soll bereits im kommenden Monat abreisen.
Mir wird bestätigt, dass dieser entsetzliche Plan auf das Werk von Herrn Tuka, Präsident des Ministerrats, im Einvernehmen mit dem Innenministerium, zurückgeht, ohne dass Deutschland Druck ausgeübt hätte, es verlangt vielmehr von der Slowakei für jeden Deportierten 500 Mark und Verpflegung für zwei Wochen.
Ich war am Samstag beim Ministerratspräsidenten, der diese Nachricht bestätigte. Er verteidigte die Maßnahme mit Vehemenz als legitim und wagte auszusprechen (er, der seinen Katholizismus so sehr zur Schau trägt), darin nichts Unmenschliches oder Antichristliches sehen zu können.
Die Deportation von 80 000 Menschen nach Polen, wo sie den Deutschen ausgeliefert
sein werden, bedeutet für die meisten von ihnen das sichere Todesurteil.