Dok. 08-183
Juden schreiben unmittelbar vor ihrer Exekution im August und September 1942 letzte Mitteilungen an die Wände der Synagoge von Kowel

So viel entsetzliche Szenen, so viel grausame Bilder, so viel Pein

  • Orte
  • Personen
  • Skript
  • Grenze Staatsgrenzen von 1937
  • Grenze Staatsgrenzen und Grenzen der Unionsrepubliken der UdSSR 1938–1941
  • Grenze Deutsch-sowjetische Demarkationslinie im besetzten Polen vom 28. Sept.1939
  • Grenze Grenze zwischen den eingegliederten Gebieten und dem Generalgouvernement

Gitla Segal, geb. 1922.

 

Etla Segal, geb. 1924.

Inschriften auf den Wänden der Synagoge von Kowel,

August /September 1942 (Abschriften)

 

So viel entsetzliche Szenen,

so viel grausame Bilder,

so viel Pein – ohne ein Wort des Protests.

Nur Tränen...

Keine Hand hebt sich.

Keine Faust ballt sich.

Man fleht nur zu Gott.

Leybl Sosne

22.8.1942

 

Still, die Mörder kommen. Der Saal ist verstummt. Beim Klang ihrer Stimmen schlagen alle Herzen. Beim Klang ihrer Stimmen hören alle Herzen zu schlagen auf.

Möge der Herrgott uns in seine Ewigkeit aufnehmen. Aber dafür werden die Mörder mit ihrem Blut bezahlen!!!

Lebewohl schöne Welt, die ich nicht gesehen habe.

Tania Arbajter und ihre ganze Familie.

23.8.1942

 

Geliebte Schwestern!

Wir sterben keines natürlichen Todes, sondern von der Hand der Barbaren. Bis zum 6.9.1942 haben wir uns gerettet, weiter konnten wir nicht mehr, denn man hat uns verraten.

 

Rächt unseren Tod. Betet für uns. Gitla Segal, geb. 1922.

Etla Segal, geb. 1924. Lebt wohl. Von den Eltern wissen wir nichts. 7.9.1942.

 

Verzeih!

Mama, Du sollst wissen, dass man mich geschnappt hat, als ich Wasser holen ging. Falls auch Du hierher kommst, gedenke Deiner Tochter, Yente Soyfer, die umgekommen ist am 14.9.1942.