Dok. 08-184
Weißrussische Propagandisten berichten im September 1942 über den Erfolg ihrer antisemitischen und nationalistischen Propaganda

Aus den Berichten der einzelnen Gruppen zeigte es sich, daß die Propaganda

  • Orte
  • Skript
  • Grenze Staatsgrenzen von 1937
  • Grenze Staatsgrenzen und Grenzen der Unionsrepubliken der UdSSR 1938–1941
  • Grenze Deutsch-sowjetische Demarkationslinie im besetzten Polen vom 28. Sept.1939
  • Grenze Grenze zwischen den eingegliederten Gebieten und dem Generalgouvernement

[...]

Die Berichterstattung über die Arbeit der Propagandagruppen in der Zeit 23. 8.–18. 9. 42. Es arbeiteten drei ständige Propagandagruppen

[...]

Aus den Berichten der einzelnen Gruppen zeigte es sich, daß die Propaganda sehr intensiv getrieben wurde: Insgesamt wurden 82 Vorträge gehalten, mit welchen 14 000 Mann umfaßt wurden. Die Themen waren folgende:

Die Judenfrage 22
Warum Krieg mit Stalin 13
Die Bekämpfung des Banditismus 26
Das gegenwärtige Deutschland 14
Die Organisation der Jugend in Deutschland 3
Warum wir Weißruthenen sind 4
Inwiefern diese Themen aktuell und nötig sind, zeigt sich aus der Zahl der Zuhörer und auch aus Aussprachen der Bauern, die mit den Tränen in den Augen „dafür dankten, daß sie zuletzt die echte Wahrheit zu hören bekommen, nicht die bolschewistische Lüge“. Auch das Lehrertum und die Intelligenz überhaupt hören die Vorträge mit großem Interesse, bitten darum, dieselben öfter zu halten und zu wiederholen. Die Lehrer gestehen selbst ein, daß sie jetzt politisch vollkommen unwissend sind: „Du kannst uns totschlagen – wir wußten gar nicht, warum die Juden so schädlich seien“; auch wußten sie nichts von der Rassenfrage, warum sie Weißruthenen, nicht Russen seien (Gebiet Sluzk). Das kann nur dadurch erklärt werden, daß bis jetzt keine politische Propaganda geführt worden ist, sowohl seitens der Deutschen als auch der Weißruthenischen Selbsthilfewerke, und daß die Feindpropaganda verbreitet wird.

Wie die Praxis gezeigt hat, ist die beste Weise für die Propagandaführung die Versammlungen der beruflichen Zugehörigkeit nach, welche von den Propagandagruppen, nicht von einem Propagandisten bedient werden. Der Versuch des Minsker Gebietes, den selbständigen Rayonpropagandisten zu schaffen, ist wenig glücklich und gab nicht die erwarteten Ergebnisse. Die Propaganda soll weiter nur mit den Gruppen von Propagandisten geführt werden, weil in dieser Weise die Propagandisten sich ergänzen, unterstützen und kontrollieren können.

Für die nächste Zeit bleiben überall sehr aktuell die Themen: Die Judenfrage; Die Bekämpfung des Banditismus; Warum Krieg mit Stalin; Das gegenwärtige Deutschland. Außerdem ist es unentbehrlich, die Vorträge auf das Thema zu halten: „Warum wir Weißruthenen sind“, um mit den polnischen und russischen Einflüssen zu ringen, die nationale und religiöse Frage dabei erklärend. Die riesige propagandistische Bedeutung hätte die Broschüre: „Was jeder Weißruthene wissen soll“, die möglichst schnell erscheinen müßte.