Dok. 13-126
Abdruck im Jüdischen Kurier: Die neue rumänische Regierung kündigt am 13. Februar 1938 an, dass die Überprüfung der Einbürgerungspapiere der Juden fortgeführt werde

Durch das große Vertrauen Seiner Majestät des Königs habe ich

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Das Regierungsprogramm des Patriarchen Miron Cristea
Rumänien wird mit anderen Staaten zusammenarbeiten, die ebenfalls einen zu hohen Anteil jüdischer Bevölkerung aufweisen, und jener Bevölkerung helfen, ihre nach eigenen Aussagen ersehnte Heimat zu finden.

Durch das große Vertrauen Seiner Majestät des Königs habe ich die Hürden der Regierungsbildung genommen:
Über die Parteigrenzen, über die dem politischen Leben innewohnenden, mitunter übertriebenen und sehr verlustbringenden Unruhen und Agitationen hinweg haben wir uns, ungeachtet all dessen, was uns bisher trennte, aus patriotischem Ansporn als gute Rumänen brüderlich die Hände gereicht. Und so folgen wir heute allein dem Ruf des Königs und dem Gebot der Stunde, das Land notwendigerweise durch eine nationale Einheitsregierung zu führen. Mit einem neuen Aufruf geben wir das ausführlichere Programm bekannt, zu dessen Umsetzung wir berufen sind.
Dieses Programm basiert auf Folgendem:
Die Umsetzung der Verfassungsreformen, die die zeitgemäße Entwicklung des Staates gemäß den Erneuerungsbestrebungen des rumänischen Volkes und die Erhebung des gesamten öffentlichen Lebens auf ein höheres ethisches Niveau einleiten soll.

Die Förderung der nationalen Idee wird alle Bereiche des Staatslebens beherrschen und so unter Berücksichtigung des Gerechtigkeitsprinzips dem rumänischen Volk, das unter großen Opfern das Rumänien der Vergangenheit und Gegenwart geschaffen hat, seinen ihm gebührenden rechtmäßigen Platz sichern.

Die Wiedergutmachung des am dominierenden rumänischen Element begangenen historischen Unrechts auf allen Gebieten, ohne unrecht zu handeln gegenüber den alten Minderheiten, die seit Jahrhunderten in den Grenzen des heutigen Rumänien unter den alteingesessenen Rumänen leben.

Die Überprüfung der nach dem Krieg vorgenommenen Einbürgerungen und die Annullierung all jener Einbürgerungen, die auf betrügerische Art und zum Nachteil lebenswichtiger Interessen der Rumänen erfolgt sind. Diese aufmerksame Überprüfung der nach dem Krieg

vorgenommenen Einbürgerungen wird den Rumänen auch ein vielfältigeres Wirtschaftsleben gestatten. Die Organisation der Ausreise jener fremden Elemente aus unserem Land, die erst vor kurzem hier ansässig geworden sind und die ethnische Wesensart der Rumänen beschädigen und schwächen, die sich im eigenen Haus immer notleidender fühlen und gerade daher in allen Bereichen eine sorgenvolle Unzufriedenheit zeigen. Rumänien wird auf der Grundlage internationaler Vereinbarungen mit anderen Staaten, die ebenfalls einen zu hohen Anteil an jüdischer Bevölkerung haben, zusammenarbeiten und dieser Bevölkerung helfen, ihr nach eigenen Aussagen ersehntes Vaterland zu finden.