Dok. 09-163
Der Kreishauptmann im Landkreis Warschau, Dr. Hermann Rupprecht, ordnet am 15. Oktober 1942 an, das Vermögen der deportierten Juden zu verzeichnen

Betrifft: Herrenloses jüdisches Eigentum. Nachdem sämtliche

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  • 1942
 
  • 1943

Dr. Hermann Rupprecht (1905–1985), Jurist; 1933–1939 Regierungsrat im Landratsamt Alzenau, 1937 NSDAP- Eintritt; von Okt. 1939 bis Jan. 1945 Kreishauptmann Warschau-Land; 1945/46 in US-amerik. Kriegsgefangenschaft, im Nov. 1946 nach Polen ausgeliefert und dort zu lebenslanger Haft verurteilt, 1956 in die Bundesrepublik entlassen, von 1958 an als ORR (Oberregierungsrat) beim Regierungspräsidenten von Schwaben. 

Schreiben an die Bürgermeister und Gemeindevorsteher

 

Betr.: Herrenloses jüdisches Eigentum.

Nachdem sämtliche jüdische Wohnbezirke im Kreise Warschau-Land aufgelöst und die Juden umgesiedelt sind, muß nun genau festgestellt werden, welches herrenlose jüdische Eigentum (bewegliches und unbewegliches Vermögen) vorhanden ist, damit dieses beschlagnahmt und eingezogen wird. Ich beauftrage hiermit die Herren Bürgermeister und Gemeindevorsteher, sofort innerhalb ihrer Gemeinde festzustellen, welches jüdische Vermögen noch vorhanden ist. Es sind mir getrennte Nachweisungen über das bewegliche und unbewegliche Vermögen vorzulegen.

Über die herrenlosen Grundstücke (unbewegliches Vermögen) ist mir ein Verzeichnis nach folgendem Muster vorzulegen:

1) Name

2) Vorname

3) Grundstücksart (Gartengrundstück, Baugrundstück, Villengrundstück usw.)

4) Hypothekenbezeichnung

5) Größe des Grundstücks in ha.

Bezüglich des herrenlosen beweglichen Vermögens ist lediglich nur der Name, Vorname sowie die Art des herrenlosen Vermögens anzugeben.

Termin: 15.11.1942