Dok. 12-140
Die niederländischen Ärzte werden im August 1943 in einem illegalen Flugblatt aufgerufen, keine Sterilisationen von Juden vorzunehmen

Mit Nachdruck bitten zur Zeit etliche in Mischehen

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  • 1943
 
  • 1944
 
  • 1945

Mit Nachdruck bitten zur Zeit etliche in Mischehen verheiratete Israeliten niederländische Ärzte um Sterilisation. Wer der Bitte nachgibt, führt eine schwer verstümmelnde Operation ohne jegliche medizinische Indikation durch. Die tatsächliche Indikation ist die Judenverfolgung, und der Eingriff soll deshalb von den Deutschen und unter ihrer unmissverständlichen Verantwortung vorgenommen werden.

Dass Betroffene die Sterilisation dem „Tragen eines Sterns“ vorziehen und lieber von einem niederländischen Arzt operiert werden wollen als von einem deutschen, ändert nichts an der Sache: eine Operation, um der Verfolgung zu entgehen. Von einem freiwilligen Entschluss kann keine Rede sein.

Der Arzt, der sich dazu hergibt, führt ein Urteil aus, das von ihm nicht gutgeheißen werden kann, weil es von einem Richter gefällt wurde, den er nicht akzeptiert.

Außerdem gerät er in offenkundigen Widerspruch zu der bislang geltenden Richtlinie. Sollten die niederländischen Ärzte davon abweichen, würden die Deutschen zu Recht sagen: Die Ärzte, die erst so große Töne gespuckt haben, arbeiten nun mit uns zusammen.