Dok. 03-057
Max Seelig versucht am 8. März 1940, bei der Gestapo die Rückkehr seiner aus Stettin nach Piaski deportierten Kinder zu erreichen

In Erfahrung gebracht,
daß meine Kinder

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  • 1939
 
  • 1940
 
  • 1941
  • Grenze Staatsgrenzen von 1937

Max Seelig (*1886), Grundstücksmakler; wurde am 14.12.1938 nach vorübergehender Haft aus dem KZ Sachsenhausen entlassen, am 3.2.1943 mit seiner Frau Doris Seelig, geb. Markus (*1890), und seiner ältesten Tochter Margot (*1924) nach Auschwitz deportiert und kam dort ums Leben.

 

Edith und Ursula Seelig wurden am 12.2.1940 nach Piaski deportiert; ihr weiteres Schicksal ist unbekannt.

Handschriftl. Brief an die Geheime Staatspolizei, Stettin

 

In Erfahrung gebracht, daß meine Kinder Edith Sara Seelig, geb. am 25. Okt. 1926 in Kolberg, Ursula Sara Seelig, geb. am 12. Sept. 1928 in Kolberg, mit dem Transport nach Piaski b. Lublin aus Versehen mitgenommen wurden, dieselben waren zum Schulbesuch in Stettin und bei A. Barnitz, Stettin, Breitestr. 18, in Pension, alle anderen Kinder, die zum Schulbesuch, aus Kolberg und Berlin dort waren, wurden zu ihren Eltern zurückgesandt, bloß meine beiden Kinder wurden, wie ich annehme versehentlich, mitgeschickt.

Ich habe vor zirka 3 Wochen dieserhalb schon an die Polizeiverwaltung Stettin geschrieben und um Rücktransport der beiden Kinder gebeten, jedoch noch keine Antwort erhalten. Ich bitte daher gefälligst um Rückgabe und Rücktransport der Kinder zu ihren Eltern.

Gleichzeitig betone ich, daß ich die Kosten dafür übernehme, auch bin ich bereit, dieselben abzuholen und [bitte,] mir darüber eine Bescheinigung auszustellen, daß ich die Berechtigung habe, die Kinder zu holen, wenn es notwendig wäre, die Kinder zu holen.

Zudem ich bitte, mir einen zusagenden Bescheid baldigst zu übersenden.