Zur Edition ‚Judenverfolgung’. Zwischenbilanz nach dem Erscheinen der ersten 8 Bände

Hat der Forschungsauftrag, keine Zeugnisse nach dem 8. Mai 1945 zu berücksichtigen, ein Ungleichgewicht zu Lasten der Opfer zur Folge? Können die Quellenfunde das Schweigen von Tätern durchbrechen? Inwieweit wurde die Verfolgung und Ermordung der Juden sprachlich verschleiert? Müssen die Deutschen mit Blick auf die Ermordung der Juden Europas die Zuschreibung des „eliminatorischen Antisemitismus” annehmen, der nicht auf Ausgrenzung, Feindschaft und Ausbeutung aus ist, sondern auf Auslöschung zielt? Hat sich die Bilanz der Kräfte, die versucht haben zu retten, zu helfen, Widerstand zu leisten, durch die Quellenedition verändert?