Dok. 05-110
Der Jüdische Rat von Amsterdam fordert am 8. Januar 1942 die zum Arbeitseinsatz einberufenen Personen auf, diesem Befehl unbedingt Folge zu leisten

Eine letzte Warnung. Sie wurden

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  • 1942

Abraham Asscher (1880–1950), Diamantenhändler; arbeitete im Familienbetrieb; engagierte sich in der Hilfe für jüdische Flüchtlinge, 1941–1943 Vorsitzender des Jüdischen Rats, 1943 nach Bergen-Belsen deportiert, dort 1945 befreit; nach 1945 untersagte ihm ein neu gegründetes jüdisches Ehrengericht die Betätigung in jüdischen Organisationen.

 

Dr. David Cohen (1882–1967), Historiker; Professor in Leiden und Amsterdam; engagierte sich in den 1930er-Jahren intensiv im CJV (Comité voor Joodse Vluchtelingen), von 1941 an einer der beiden Vorsitzenden des Jüdischen Rats; 1943 nach Theresienstadt deportiert und dort befreit; nach 1945 untersagte ihm ein jüdisches Ehrengericht die Betätigung in jüdischen Organisationen. 

Schreiben der Vorsitzenden des Jüdischen Rats, Abraham Asscher und Prof. Dr. David Cohen

 

Eine letzte Warnung

Sie wurden vom städtischen Arbeitsamt aufgefordert, in einem niederländischen Arbeitslager in Drenthe unter der Leitung des Niederländischen Reichsdienstes für Arbeitsbeschaffung zu arbeiten. Dazu müssen Sie Sonnabendfrüh mit dem Zug abreisen.

Wir geben Ihnen nochmals und letztmalig den dringenden Rat, diesem unvermeidlichen Befehl Folge zu leisten. Wenn Sie sich ihm entziehen, erwarten Sie strengste Strafen.

Wir möchten Sie nochmals auffordern – und haben dabei nur Ihr ureigenes Interesse im Auge –, zum festgesetzten Termin zu erscheinen.

Wir wiederholen: Es handelt sich um normale Arbeit in einem normalen niederländischen Arbeitslager unter normaler niederländischer Leitung.