Dok. 04-161
Ein anonymer Denunziant zeigt am 27. August 1940 in Warschau einen jüdischen Firmenbesitzer an

Ich teile das Folgende mit:
In Wola an der Obozowa-Straße gibt es die Fabrik

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  • Grenze Grenze zwischen den eingegliederten Gebieten und dem Generalgouvernement

Schreiben an die Sicherheitspolizei

 

Ich teile das Folgende mit:

In Wola an der Obozowa-Straße gibt es die Fabrik „Tytan“ sowie in der Nachbarschaft an der Św. Stanisław-Straße die Fabrik „Cyklop“, die mit „Tytan“ finanziell eine Einheit bildet.

Faktischer Besitzer des Unternehmens ist der Jude Landau, der an seiner Stelle Strohmänner eingesetzt hat, um auf diese Weise den jüdischen Charakter seines Unternehmens zu verschleiern.

Landau selbst hält sich, wie es scheint, verborgen.

Seinen Aufenthaltsort kennt zweifellos Landaus Vertrauensmann und rechte Hand Aleksander Szkopek, der Fabrikleiter. Aleksander Szkopek ist ein getaufter Jude.

Er ließ sich 1935 nur taufen, um Offizier werden zu können. Indem er sich zunutze macht, dass sein Äußeres die jüdische Abstammung nicht verrät, trägt er nicht nur die Armbinde nicht, sondern gibt sich als Pole aus.

Um seine jüdische Abstammung zu verbergen (er wurde einige Male von der jüdischen Gemeinde gesucht und hat sich dort am Ende freigekauft) wie auch seine Zugehörigkeit zur ehem. polnischen Armee – war Szkopek nach dem Krieg niemals irgendwo gemeldet, und ebenso wenig fand er sich zu der seinerzeit angeordneten Registrierung ein.

[…]

Lange Zeit hat er bei der Fabrik gewohnt, jetzt wohnt er in Bielany […]. Die genaue Adresse kenne ich nicht.

Zweifellos wird er sich selbst im Falle seiner Registrierung aus Furcht vor der Deportation zur Arbeit nach Deutschland verbergen.

Sein Telefon 2.31.01.

Alles Obige gebe ich aus ideologischem Antrieb an, da ich die Juden hasse, und insbesondere die getauften, die mit ihrer Nationalität und Religion Handel treiben.

Warschau, den 27.8.40

Sollte diese Benachrichtigung Folgen zeitigen, werde ich den verehrten Herren andere, bedeutsamere Dinge mitteilen.