Dok. 04-157
Der Älteste der Juden im Getto Litzmannstadt (Lodz) Chaim Rumkowski ruft am 12. August 1940 nach Demonstrationen für Brot und Arbeit zur Wahrung von Ruhe und Ordnung auf

Juden! Die letzten Geschehnisse sind

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  • 1940
 
  • 1941
  • Grenze Staatsgrenzen von 1937
  • Grenze Staatsgrenzen und Grenzen der Unionsrepubliken der UdSSR 1938–1941
  • Grenze Deutsch-sowjetische Demarkationslinie im besetzten Polen vom 28. Sept.1939
  • Grenze Grenze zwischen den eingegliederten Gebieten und dem Generalgouvernement

Mordechai Chaim Rumkowski (1877–1944), Kaufmann; vor 1939 als Zionist im Vorstand der Jüdischen Gemeinde in Lodz tätig; im Okt. 1939 zum „Ältesten der Juden“ in Lodz bestimmt, 1940–1944 Leiter der jüdischen Verwaltung im Getto Litzmannstadt. Er ließ die Produktion für die Wehrmacht und für deutsche Firmen ausbauen mit der Absicht, so das Überleben zumindest eines Teils der Gettoinsassen sicherzustellen. Im Aug. 1944 wurde er nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Bekanntmachung Nr. 104

 

Juden!

Die letzten Geschehnisse sind durch unverantwortliche Elemente hervorgerufen worden, die Verwirrung in unser Leben hereinbringen wollen. Diese Menschen haben dabei ihren eigenen Nutzen im Sinn und wollen nicht die Durchführung einer konstruktiven Hilfsaktion für die Bevölkerung zulassen.

In der kurzen Zeit seit Bestehen des Gettos ist es nach großen Anstrengungen gelungen, von außen her Arbeit für einen Teil Schneider, Tischler, Schuster, Tapezierer, Wäschenäher und in Kürze auch für andere Handwerkerarten zu bekommen sowie für Handweber.

Das Budget der Gemeinde ist überlastet. Die Versorgung der kranken Kinder und Greise ist stets an erster Stelle. Trotzdem werden neue Küchen für Alt und Jung eingerichtet.

Außer der großen Volksküche für Arbeiter und Arbeitslose, die täglich 10 000 Mittagessen herausgeben wird, und außer Küchen für verschiedene Bevölkerungsschichten (auch für religiöse Juden), wird für die Häuserblocks gesorgt werden.

Das ist der konstruktive Plan, der bevorsteht. Es ist keine leichte Aufgabe.

Deshalb wende ich mich an Euch, seid ruhig. Laßt Euch nicht von unverantwortlichen Menschen verführen, die die bisherige Arbeit und die Zukunftspläne stören wollen.

Juden, seid ruhig.

Ich werde alles tun, was möglich ist, und stets bemüht sein, meine Aufgaben mit vollem Ernst auszuführen.