Dok. 04-051
Das Exekutivkomitee des Jüdischen Weltkongresses in Paris protestiert am 4. Dezember 1939 gegen die Verbrechen an den Juden in Polen

Das Exekutivkomitee des Jüdischen Weltkongresses, der großen, weltweit

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  • 1939
 
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  • Grenze Staatsgrenzen und Grenzen der Unionsrepubliken der UdSSR 1938–1941
  • Grenze Deutsch-sowjetische Demarkationslinie im besetzten Polen vom 28. Sept.1939
  • Grenze Grenze zwischen den eingegliederten Gebieten und dem Generalgouvernement

Kommuniqué

Das Exekutivkomitee des Jüdischen Weltkongresses, der großen, weltweit tätigen Organisation der Juden, ist in Paris zusammengetreten, um sich mit der schrecklichen Lage der Juden zu befassen. Vor allem in Polen unter der Nazi-Besatzung wird die jüdische Bevölkerung mit einer beispiellosen Grausamkeit behandelt und kaltblütig dem Hungertod preisgegeben.

Das Komitee hat außerdem die unglaublichen, von der Hitler-Regierung erlassenen Maßnahmen zur Kenntnis genommen, die darauf zielen, in der Region Lublin in Polen ein „Juden-Reservat“ zu schaffen. Das Reich beabsichtigt, dort alle Juden aus Polen, Österreich, der Tschechoslowakei und Deutschland gewaltsam zu konzentrieren.

Die Realisierung dieses Vorhabens hat bereits begonnen: Tausende Juden aus dem Korridor, aus Gdingen, aus Posen, Kattowitz und aus anderen Städten Polens, der Tschechoslowakei und Österreichs wurden schon wie Vieh in dieses „Reservat“ deportiert; sie wurden aus ihren Wohnungen geholt und durften höchstens dreihundert Mark mitnehmen. Ihnen wird alles geraubt, vielen fehlt ein Dach über dem Kopf und das Notwendigste zum Leben. Es ist die zynischste Umsiedlung von Menschen, die der Hitlerismus bisher unternommen hat.

[…]

Das Exekutivkomitee des Jüdischen Weltkongresses protestiert nachdrücklich gegen diesen barbarischen Akt. Es weist nachdrücklich und empört den unzulässigen Anspruch der Reichsregierung zurück, die jüdische Frage auf diese Art und Weise zu lösen. Geleitet von den unverbrüchlichen Grundsätzen der Menschenrechte und des Völkerrechts, wird die zivilisierte Welt die von der gegenwärtigen deutschen Regierung getroffenen Entscheidungen als null und nichtig betrachten.

[…]