Dok. 04-005
Ein Wehrmachtssoldat beschreibt den Einmarsch in Polen vom 7. bis 9. September 1939

5.45 Uhr Abmarsch durch echt polnisches Gebiet. Staubige und dreckige

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Handschriftl. Tagebucheinträge

 

Donnerstag, d. 7. September.

5.45 Uhr Abmarsch durch echt polnisches Gebiet. Staubige u. dreckige Straßen. Verfallene Häuser. Verdreckte Bevölkerung. Lange Dörfer. Riesige Einöde. Schlimmer als Neuhammer. Minenfelder. Marsch durch Siewierz (Stadt) mit Rast. Weiter durch Poremba nach Zawiercie. Vollkommen verjudetes Nest.

Aufsässige Bevölkerung. Quartier in einer Schule. An Käte u. Annemarie geschrieben.

 

Freitag, d. 8. September.

3.00 Uhr Wecken. 5.00 Uhr Abmarsch durch Zawiercie. Die poln. Kaftanjuden strömen wie Ratten aus ihren Löchern. Das Insurgentenunwesen wächst. Deutsche Soldaten werden aus der Marschkolonne heraus von poln. Juden erschossen. Als Vergeltungsmaßnahme werden je 10 poln. Zivilisten erschossen u. 2000 gefangen gesetzt. Die Gegend wird etwas belebter u. bergiger. Sonst nur Sonne, Staub, Kiefern u. Sand. Die Bäume an den Straßen sehen wie mit Rauhreif bedeckt aus. Unterwegs polnische Straßensperren und zerstörte Brücken. Die Zivilbevölkerung kehrt langsam in ihre Dörfer zurück. Unser Marsch führt über Rodaki, Olkusz nach Lgota. Wie verlautet, sollen wir als Besatzung nach Krakau kommen. Quartier in einem leerstehenden Haus. Unterwegs polnische Feldküche.

 

Sonnabend, d. 9. September.

6.00 Uhr Abmarsch von Lgota. Glühendheißer Tag. Schlechte Wege. Die Landschaft nimmt schönere Formen an. Hügelige Gegend. Jetzt sind auch öfters Spuren des Krieges zu sehen. Unter anderem ein durch Fliegerangriff halb zerstörtes u. abgebranntes Dorf. Pferde und Menschen werden immer mehr erschöpft. Viele Fahrzeuge müssen nachgeholt werden. Unser Marsch geht über Olkusz nach Tomaszowice. Gute Unterkunft mit Stab in einem alt-österreichischen Besitz. Die Leute über die Grenzlage vollkommen falsch unterrichtet. Interessanter Gegensatz zwischen 2 polnischen Cousinen. Wie verlautet, soll Polen Frieden angeboten haben. Bevölkerung immer mehr verjudet.